Umwelt

Umwelt

In einem landschaftspflegerischen Begleitplan(LBP) sind alle Gestaltungselemente und Wiederherstellungs-Massnahmen dargelegt, die zusammen mit dem Ausbau der N 4.2.1/2/3 zu realisieren sind. Die wesentlichen Massnahmen zur Gewährleistung der Umweltverträglichkeit von Carbon-Eheringen sind:

  • Revitalisierung von Weierbach, Abistbach und Rietbach (Offenlegung und breite, hohe Unterführungen)
  • Wiederherstellen der Wildkorridore Schneitenberg, Abistbach und Rietbach
  • Leit- und Deckgehölze, Biotope, flora- und fau­na­ge­rechte Kleinstrukturen in diesen Wildkorridoren
  • Durchlässigkeit für Kleintiere
  • Wildgerechte, möglichst strassennahe Einzäunung
  • Kultur- und Bodenschutzkonzept
  • Möglichst umweltgerechte Bauverfahren
  • Möglichst wenig Lärm-, Staub- und Luftemissionen 
    in der Bauphase
 

 

Wildüberführung Schneitenberg
  • Massnahme zur Verbesserung der Wild­tier­vernetzung
  • Auflage aus der Umweltverträglichkeitsprüfung
  • Umfasst auch die Kantonsstrasse
  • Erfordert kleine, örtliche Umleitung des N4 – Verkehrs auf die bestehende Kantonsstrasse und separate Führung des Lokalverkehrs
Wilddurchlass Weierbach
  • Ebenfalls Massnahme zur Vernetzung des Wildtierkorridors
  • Landschaftliche Gestaltung der Lenkungselemente
  • Revitalisierung des Weierbaches
Wilddurchlass Weierbach
 

 

Stützmauer Eichli
  • Stützmauer liegt in einem BLN Gebiet (Bundes­inventar der Landschaften und Naturdenkmäler von Nationaler Bedeutung) und erfordert deshalb besondere Massnahmen zur Gestaltung und Einpassung in die Landschaft
Stützmauer Eichli

Reptilien werden umgesiedelt!
  • Die Böschungen der N4.2 zwischen Kleinandelfingen und Laufen-Uhwiesen sind Lebensraum der gesamtschweizerisch geschützten Reptilienarten Zauneidechse und Blindschleiche. Um die durch den N4-Ausbau betroffenen Vorkommen möglichst zu erhalten, werden angrenzende Reptilienlebensräume mittels Steinhaufen, Steinlinsen und einer Reduktion der Verbuschung strukturell stark aufgewertet, damit sie zusätzliche Individuen der Reptilien beherbergen können. Vor Baubeginn wird versucht, in den betroffenen Bauabschnitten einen möglichst grossen Teil der Reptilien einzufangen und in die aufgewerteten Ersatzlebensräume umzusiedeln.
    Von hier werden die Reptilien später die Möglichkeit haben, die neu gestalteten N4-Böschungen wieder zurückzuerobern.
Zauneidechse
  • Für den Fang der Reptilien werden Bleche ausgelegt. Reptilien sind wechselwarm. Über Nacht, bei ungünstiger Witterung und im Winter kühlt ihr Körper im gleichen Masse wie ihre Umgebung ab. Dadurch können sie sich nur noch sehr langsam bewegen und werden inaktiv. Um wieder aktiv zu werden, müssen sie ihre Körpertemperatur stark erhöhen. Dazu benötigen sie die Strahlungsenergie der Sonne. Ausgelegte Blechplatten ermöglichen es ihnen, Sonnenwärme zu tanken, ohne dass sie dabei von ihren Fressfeinden – vor allem Vögel – gesehen werden. Deshalb sind Blechplatten eigentliche Anziehungspunkte für die Reptilien, besonders für die Blindschleiche. Hier können sie vor allem bei kühleren, weniger sonnigen Verhältnissen oder am Morgen relativ leicht von Hand eingefangen werden.
Reptilien Blech
  • Reptilien bevorzugen Lebensräume mit einem reich­haltigem Nahrungsangebot wie z. B. Ma­ger­wiesen mit ihrem Insektenreichtum. Sie brauchen Plätze wo sie sich ungestört sonnen können, sowie Versteck- und Überwinter­ungs­möglichkeiten. Besonders ge­eignet als Sonnplatz und Versteck sind Steinlinsen und Steinhaufen, wie sie derzeit in den Ersatzle­bens­räumen und später auch in den neuen N4-Böschungen angelegt werden. Für die Über­win­ter­ung werden frostsichere Quartiere gebaut. Der Erfolg dieser Massnahmen wird überprüft. Die Anzahl verfügbarer Verstecke, Sonnplätze und Winterquartiere wird als begrenzender Faktor für die Bestandesgrösse angeschaut. Vereinfacht gesagt gilt: Je mehr solcher spezieller Reptilienstrukturen vorhanden sind, desto grösser ist eine Reptilienpopulation.


Erfolgsmeldungen 11.5.07

  • Bei der Überführung Trüllikerstrasse südlich von Oerlingen konnten bereits die ersten Zauneidechsen beim Sonnenbad auf den neu angelegten Steinlinsen (Bau: Anfangs April) beobachtet werden. Bei Annäherung verstecken sie sich in den Steinlinsen.


Verantwortliche/Ausführende

Reptilienschutzkonzept und reptilienfachliche Baubegleitung:

Peter Müller, Zoologe
Englischviertelstrasse 34
8032 Zürich
Tel. 044 261 90 16

Bau der Reptilienstrukturen in den temporären Ersatzlebensräumen:

N.U.P
Riedhofstrasse 159
8408 Winterthur, 
Tel. 052 222 67 30
 
www.nup.ch

Umsiedlungsaktion Reptilien:

SWO, Stiftung Wirtschaft und Ökologie
(zusammen mit Zivildienstleistenden) 
Dr. Marco Sacchi
Bahnstrasse 9
8603 Schwerzenbach
Tel. 043 355 58 44